Wir sitzen doch alle...

Die Vermittlung für alternative Partnerschaften
Wir sitzen alle im selben Boot. Wir sind lesbisch oder schwul, können oder wollen uns nicht outen und suchen nach einer Lösung um mit dieser für uns schwierigen Situation umgehen zu können. Da du diese Seite gefunden hast, wird es dir wohl ähnlich gehen.

Ich persönlich habe für mich eine solche Lösung gefunden und möchte sie euch nicht vorenthalten.
Um es auf den Punkt zu bringen: Ich bin als schwuler Mann mit einer Frau zusammen! Das Besondere daran: Diese Frau weiß über meine Homosexualität bescheid, denn ihr ergeht es nicht anders: Sie ist lesbisch und war ebenfalls unglücklich damit. Also haben wir uns zusammengetan.
Wie genau sich das zugetragen hat, das möchten wir dir in unserer Geschichte erzählen. Wenn du sie bis zum Ende durchliest, bist du ganz sicher schonmal interessiert. Ob diese Lebensweise für dich ebenfalls eine Alternative wäre und du dich im Anschluss an uns wendest, das liegt ganz alleine bei dir. Aber sieh selbst:
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Thomas und Anna
 
Mein Name ist Thomas, 31, und ich bin schwul. Keine große Sache, könnte man jetzt sagen, in der heutigen Zeit ist das doch nichts Besonderes mehr! Leider stimmt das nicht: Bei den eigenen Kindern oder Freunden hört die Toleranz oft schon auf. Schon früh hörte ich meinen Vater abwertend über Schwule und Lesben sprechen, meine Mutter stimmte ihm zu. Es sei einfach nicht normal, meinten sie, und wir Kinder sollten uns hüten, schwul oder lesbisch zu werden, sonst müssten wir "gehen". Harte Worte, aber durchaus auch so zu verstehen: Sollte ich mich outen, ist der Bruch mit den Eltern ein sehr wahrscheinliches Szenario. Das Verhältnis zu Ihnen ist ansonsten gut, aber in diesem speziellen Punkt verstehen Sie keinen Spaß.
 
Also habe ich meine Homosexualität geheim gehalten. Auch im Freundeskreis. Immer wieder kam es vor, dass derbe Witze über Schwule gemacht wurden und niemals konnte ich mir vorstellen, dass ich mich meinen Freunden gegenüber als solcher outen würde. Dabei schätzte ich meine Freunde ansonsten sehr und wollte sie nicht missen, da sie mir in vielen Situationen schon beispiellos geholfen haben, und ich ebenso ihnen.
Nun könnte man sagen: Wenn dich deine Eltern wirklich lieben, bzw. du wirklich gute Freunde hast, dann werden sie nach dem Outing auch noch zu dir stehen.
Das ist ein Standard-Satz wenn es um diese Thematik geht. Einfach mal ausprobieren, vertrauen und sehen was passiert. Für viele Homosexuelle ist aber durchaus absehbar was bei einem Outing passieren wird und das nicht im positiven Sinne. Beispielsweise einem Muslim zu raten, sich zu outen, halte ich in den meisten Fällen für nicht besonders sinnvoll.
Religiöse und gesellschaftliche Barrieren halten uns also davon ab, uns zu outen.
Also bleibt man allein. Die Jahre vergehen, man beobachtet seine Freunde, Cousins, Cousinen, wie einer nach dem anderen in glücklichen Beziehungen landet. Es ist nicht so, dass ich es nicht probiert hätte: Mit 20 hat sich ein Mädchen in mich verliebt und ich ging darauf ein, wir hatten eine Beziehung. Aber ich spürte nichts dabei. Wenn ich sie küsste, war da nichts, und schließlich schliefen wir auch miteinander, aber wieder nichts.
Ein Partner merkt so etwas. Diese Beziehung war kalt und unecht, ich wusste einfach nicht was ich tun sollte, um die Liebe richtig zu "simulieren", da aus eigenem Antrieb heraus einfach nichts kam bei mir. Das ist unglaublich unfair gegenüber dem Partner, der einen liebt und viel gibt, aber nichts zurückbekommt.
 
So wie mir geht es vielen Homosexuellen. Sie lassen sich auf eine Beziehung mit einem Partner des anderen Geschlechts ein und kommen so in einer Gesellschaft an, in der genau das erwartet wird. Es gibt keine dummen Rückfragen, warum man immer noch allein ist und man hat seine Ruhe. Glücklich wird man jedoch nicht. Und was passiert, wenn der andere das Spiel durchschaut, das glaube ich muss ich nicht beschreiben!
Ich persönlich habe meine "Beziehung" nur knapp zwei Monate ertragen, bevor ich sie frustriert beendete. Danach war ich 6 Jahre allein, noch einmal konnte ich das einfach nicht durchziehen und mir hätten auch die Mädels leid getan, denen ich etwas vorgetäuscht hätte.
 
Während dieser Zeit fing ich an, mich auf schwulen Datingportalen umzusehen. Es dauerte nicht lange und ein wirklich netter junger Mann meldete sich bei mir. Wir haben viel geschrieben und uns letztendlich auch getroffen. Es kam zum ersten Kuss mit einem Mann! Das Gefühl war unbeschreiblich, kein Vergleich zu dem, was ich mit meiner Freundin erlebt hatte.
Ich traf mich immer öfter heimlich mit Sebi*, und es war an sich nicht problematisch: Er hatte seine eigene Wohnung, in der wir uns aufhalten konnten und so konnte uns keiner stören.
Aber: Ich war Ende 20 und das Umfeld sieht irgendwann genauer hin. Warum hat er keine Freundin? Ist er schwul? Es kamen Seitenhiebe in diese Richtung und mir war sehr unwohl dabei.
Da ich zu dieser Zeit oft in Internetforen unterwegs war und nach Gleichgesinnten suchte, lernte ich Anna kennen. Anna ist lesbisch und beschrieb ihre Situation ähnlich wie ich meine. Also nahm ich Kontakt zu ihr auf und bald schon schrieben wir regelmäßig. Sie sehnte sich, wie ich, nach etwas Normalität in ihrem Leben und wünschte sich nichts sehnlicher, als dass jemand den immensen Druck von ihr nehmen könnte, der daher rührte, dass sie sich nicht outen konnte. Wir fühlten uns sehr verbunden und da wir nicht allzu weit voneinander entfernt wohnten, beschlossen wir, uns einmal zu treffen.
Das taten wir auch, und nachdem die anfängliche Aufregung verflogen war, hatten wir viel Spaß miteinander. Ich hatte als schwuler Mann eine lesbische Freundin gefunden! Wir konnten über alles miteinander sprechen, da wir ja im selben Boot saßen und das große "Geheimnis" bestens bei uns aufgehoben war.
Und nach ein paar Wochen fragte Anna mich, ob ich etwas "ausprobieren" möchte. Sie fragte mich, ob ich ihr Freund sein will. Also nicht ihr bester Freund. Sondern ihr Partner!
Ich war erst ein wenig perplex, aber nachdem ich darüber nachgedacht hatte, machte es durchaus Sinn: Wir würden uns gegenseitig nichts vortäuschen, sondern "nur" dem Rest der Welt. Und der hatte es schließlich verdient, wenn er einem das Leben zu Unrecht schon so schwer machen will! Wir hätten eine Beziehung und man würde uns in Frieden lassen.
Wir lachten über die Idee und schließlich ließ ich mich darauf ein. Ich erzählte meine Freunden, dass ich jetzt eine Beziehung habe, und sie gratulierten mir und wollten die Dame unbedingt bald sehen. Bald schon kam ich mit Anna in die Vereinshütte und es war gar nicht so schwer: Wir gaben uns Küsschen von Zeit zu Zeit und hielten auch mal Händchen. Das reichte schon und mehr erwartet man gar nicht von einem Paar in der Öffentlichkeit.
 
Ich stellte Anna später meinen Eltern vor und ihnen fiel sichtlich ein Stein vom Herzen. Meine Mutter war so froh, dass ich eine Freundin gefunden habe, dass sie sich sogar eine Träne nicht verkneifen konnte...
Mittlerweile wohnen wir zusammen und sehen es als eine Art WG.
Der Vorteil ist: Ich treffe Sebi auch heute noch. Er ist ebenfalls ungeoutet, aber mittlerweile auch eine guter Freund von Anna. Er besucht uns oft, und wenn wir mal ungestört sein wollen hat Anna Verständnis und verbringt den Abend auch mal auswärts. Anna trifft sich auch ab und zu mit einer Frau, aber sie geht dann lieber zu ihr. Mir persönlich wäre es egal, sie dürfte mich auch mal rauswerfen, wenn sie wollte.. Wir waren vor einiger Zeit auch mal zu dritt im Urlaub - für Sebi und mich war es unser erster Pärchenurlaub und Anna hat sich die Zeit auch bestens vertrieben.
So haben Anna und ich also unser Leben gestaltet. Es ist ein anderer Entwurf und sicher könnte man es auch als Alibi-Beziehung bezeichnen, aber wir sind glücklich damit und eine große seelische Last ins von uns abgefallen.
 
Wenn ihr die Möglichkeit habt, euch zu outen und mit den zu erwartenden Veränderungen leben könnt, dann tut es! Wir wünschen euch viel Erfolg und nur das Allerbeste dabei! Es ist jedoch, wie gesagt, nicht für jeden eine Lösung. Und bevor ihr euch dazu entscheidet, jemandem eure Liebe vorzutäuschen, denkt bitte vorher noch einmal über den von uns eingeschlagenen Weg nach!
Da wir nicht vergessen können, wie schwer die Zeit vorher für uns war, haben wir (Anna und ich) nun beschlossen, auch anderen Lesben/Schwulen zu helfen, die sich nicht outen können/wollen und sich ein Leben mit einem homosexuellen Partner des anderen Geschlechts vorstellen können, bzw. es einfach mal ausprobieren möchten. Wenn du dich also in unserer Geschichte wiederfindest: Es gibt nichts zu verlieren, in jedem Fall hast du an Erfahrung gewonnen, wenn du dich mit anderen Menschen austauschst!
Wenn du interessiert bist, jemanden kennenzulernen, dann lade dir doch einfach mal unser Profil-Formular herunter und fülle es aus. Anhand deiner Angaben werden wir die bereits eingegangenen Profile mit deinem vergleichen und dir, sobald wir denken jemanden gefunden zu haben der zu dir passt, dessen/deren Profil per E-Mail zuschicken.

Wir werden dein Profile absolut diskret verwalten - du musst auch kein Foto von dir darin zeigen, wenn du das nicht möchtet. Wenn du jemanden interessant findest, schreibt ihn einfach per E-Mail an. Natürlich könnt ihr auch schon bald auf WhatsApp oder ähnliches umsteigen, sobald ihr euch sympathisch seid - das liegt dann ganz bei euch. Gut ist es auch, vorher miteinander zu telefonieren, bevor man sich trifft: Aus der Stimme kann man zusätzlich noch ableiten, ob Sympathie vorhanden ist oder eher weniger.
Wir betreiben diese Seite unentgeltlich, daher ist sie auch nicht wie übliche Partnervermittlungsseiten gestaltet, sondern etwas einfacher und wir nehmen die Vermittlung persönlich vor und nicht irgendein Roboter.
Egal, ob ihr euch nun dafür oder dagegen entscheidet, euch an uns zu wenden, wünschen wir euch alles Gute für die Zukunft. 
Liebe Grüße,
 
Thomas und Anna
*) Name geändert

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